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Chinesischer Aberglaube – was Glück und was Pech bringt

Die alten Chinesen maßen Weissagungen und Omen große Bedeutung bei. Sie suchten nach Erklärungen für ungewöhnliche Naturerscheinungen, die sie als Zeichen des Himmels verstanden. Sie glaubten an das Erscheinen von Einhörnern, Phönixen, Drachen oder roten Raben. Wertvolle Gegenstände aus Jade oder Gold kündigten für sie Glück an.

Ende des 5. Jahrhunderts n. Chr. entstand in China eine Abhandlung über Omen mit dem Titel Furuizhi. Ihr Autor bespricht darin die Vorzeichen früherer Epochen bis in seine eigene Zeit.

Der Abhandlung zufolge kündigten sich die Geburten der Kaiser ihren Müttern durch Träume von außergewöhnlichen Wesen und Ereignissen an, die über den Traum ihre Kraft an die künftigen Herrscher weitergaben.

Der Aberglaube spielte in der Politik des chinesischen Staates eine gewaltige Rolle. Omen kündigten Zeiten des Friedens und des Wohlstands, aber auch Kriege an. Die Deutung von Zeichen und Omen reicht auf dem Gebiet des heutigen China viele Jahrhunderte vor unsere Zeitrechnung zurück.

Es gibt Omen, die in Stein festgehalten sind, etwa eine Inschrift zu Ehren von Li Xi, der im 2. Jahrhundert n. Chr. Verwalter der Präfektur Wudu war. In den Stein waren Worte gemeißelt, nach denen zu seinen Lebzeiten Omen erschienen, die von guter Regierung, Wohlstand und der Gunst der Götter zeugten.

Die Chinesen unterschieden ganze 94 Omen, die dem Kaiserreich Wohlergehen verhießen. Gute Omen hatten nicht nur mit Politik und Staat zu tun, sondern auch eine religiöse Bedeutung. Es gab buddhistische Wunder, die als Erscheinungen beschrieben wurden, welche die Richtigkeit und Wirksamkeit des Buddhismus sowie die tatsächliche Gegenwart Buddhas in der Welt bestätigten.

Mit der Zeit nannte man sie Wunder, die ein Zeichen des menschlichen Glaubens waren.

Die bekanntesten Wunder waren Bilder Buddhas an den unerwartetsten Orten, das plötzliche Aufblühen einer Lotusblume – des heiligen Symbols des Buddhismus –, das Erscheinen eines weißen Elefanten und Ähnliches.

Auch die taoistische Literatur enthält Beispiele für Omen, die im alten China anerkannt waren, darunter Beschreibungen von Talismanen, der zwölf Tierkreiszeichen und ihrer 24 irdischen Entsprechungen.

Unter manchen Dynastien gehörte das Deuten von Zeichen am Himmel und auf der Erde zum Alltag. Die Quellen berichten von Streitwagen und himmlischen Helfern und von Zeichen wie der Geburt einer dreibeinigen Kuh oder eines Fuchses mit neun Schwänzen.

Chinesische Omen sind überwiegend positiv gefärbt. Anders als die meisten Völker, die überall Vorboten nahenden Unheils sahen, legten die Chinesen den Schwerpunkt auf gute Nachrichten.

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