Viele alte Bräuche, abergläubische Vorstellungen und Orakel rund um die Hochzeit haben bis heute überdauert. In den verschiedenen Regionen Polens werden sie in etwas unterschiedlicher Form gepflegt, und jede Gemeinschaft hat ihren eigenen Glauben rund um diesen besonderen Tag. Hier ein Überblick über die bekanntesten – von der Wahl des Datums über Brautkleid und Zeremonie bis hin zur Hochzeitsfeier.
Wie wählst du ein glückverheißendes Hochzeitsdatum?
- Als wenig günstige Zeit für eine Hochzeit gelten Weihnachten, der Karneval und Ostern.
- Besonders glückverheißende Monate sind Juni und September.
- Gut ist es, die Hochzeit auf den ersten oder zweiten Tag nach Vollmond zu legen.
- Auch die Uhrzeit ist wichtig – die Zeremonie sollte zur vollen Stunde beginnen, zum Beispiel um 13:00 oder 15:00 Uhr.
- Traditionell ist der Samstag der beste Tag zum Heiraten.
- Als ungünstig gilt es, in Monaten zu heiraten, deren polnischer Name kein „r“ enthält.
- Die unglücklichsten Monate für eine Hochzeit sollen Mai und November sein.
Das Wetter am Hochzeitstag
Damit die Ehe glücklich wird, sollte der Hochzeitstag sonnig und warm sein. Findet die Hochzeit im Winter statt, sind leichter Frost und Schnee ein gutes Omen. Auf das Wetter haben wir keinen Einfluss, doch dem Aberglauben nach kündigen Gewitter und Regen an, dass das Paar im gemeinsamen Leben oft auf Schwierigkeiten stoßen wird. Zum Glück soll Vogelgesang am Hochzeitstag ein glückliches Leben verheißen.
Brautkleid und Hochzeitsoutfit
Jede Braut sollte etwas Weißes, etwas Blaues, etwas Geliehenes, etwas Neues und etwas Altes an sich tragen. Weiß steht für reine Gefühle, Blau soll Treue sichern, das Geliehene spricht vom Wohlwollen der neuen Familie, das Neue von Wohlstand und das Alte von der Unterstützung der Liebsten in schweren Zeiten.
- Das Brautkleid kaufst oder leihst du am besten in Begleitung von Freundinnen oder deiner Mutter – nicht mit der künftigen Schwiegermutter und nicht mit dem Bräutigam.
- Das Kleid sollte vor der Hochzeit weder aufreißen noch schmutzig werden, denn das ist ein schlechtes Omen.
- Die künftige Braut sollte sich vor der Zeremonie nicht im kompletten Hochzeitsoutfit im Spiegel betrachten.
- Lass keine andere Frau dein Brautkleid anprobieren – dem Aberglauben nach wird sie selbst niemals vor den Traualtar treten.
- Die Eheringe darf man vor der Trauung nicht anprobieren.
- Ein Groschen oder ein paar Reiskörner im Schuh der Braut verheißen eine Ehe in Wohlstand, und eine Münze in der Tasche des Bräutigams, dass er seine Familie mühelos ernähren wird.
- Am Hochzeitstag muss man aufpassen, dass nichts zu Bruch geht.
Aberglaube während der Zeremonie
- Beim Überschreiten der Kirchenschwelle sollte die Braut zuerst den rechten Fuß aufsetzen.
- Stürzt die Braut in der Kirche, gilt das als schlechtes Omen für die Ehe.
- Man muss aufpassen, dass die Ringe nicht auf den Boden fallen – auch das verheißt nichts Gutes.
- Hilft die Braut dabei, dem Bräutigam den Ring über den Finger zu streifen, bedeutet das, dass sie zu Hause das Sagen haben wird.
- Der Ring wird an den Ringfinger gesteckt; ihn an einen anderen Finger zu stecken, sollte Untreue ankündigen.
- Die Kerzen in der Kirche sollten gleichmäßig brennen – erlischt eine Kerze, ist das ein schlechtes Zeichen.
- Vor der Hochzeit sollte man nicht weinen, doch während der Zeremonie darf die Braut nach Herzenslust weinen – in der Ehe wird sie dann keinen Grund mehr für Tränen haben.
- Nach der Zeremonie sollte der Ehemann seiner Frau einen leidenschaftlichen Kuss auf die Lippen geben.
- Ein schlechtes Zeichen ist es, wenn die Braut ihren Brautstrauß vergisst.
- Es heißt, ein Mädchen, das dreimal Brautjungfer war, wird niemals selbst Ehefrau.
- Das Paar, das die Kirche verlässt, wird mit Reis, Münzen oder Konfetti überschüttet. Wer von beiden mehr Münzen aufsammelt, wird die Haushaltskasse verwalten.
Aberglaube bei der Hochzeitsfeier
- Die Eltern empfangen das Brautpaar mit Brot und Salz. Anschließend wird angestoßen, und die leeren Gläser wirft man hinter sich – zerbrechen sie nicht, sollen auf die Ehe Schwierigkeiten warten.
- Der Bräutigam sollte die Braut über die Schwelle des Hauses oder des Festsaals tragen.
- An der Hochzeitstafel sollten nicht dreizehn Personen sitzen.
- Der erste Tanz gehört dem Brautpaar, und die Braut sollte ihn nicht mit dem linken Fuß beginnen.
- Ein Stück Hochzeitstorte lehnt man besser nicht ab – dem Aberglauben nach bedeutet das, der Braut Schlechtes zu wünschen.
Aberglaube und gute Laune
Hochzeitsaberglaube ist ein farbenfroher Teil unserer Kultur und ein wunderbares Gesprächsthema an der Hochzeitstafel. Nimm ihn aber mit einem Augenzwinkern – über das Glück einer Ehe entscheiden vor allem die Menschen selbst, ihre Liebe und ihr gegenseitiger Respekt, nicht das Wetter oder ein Glas, das nicht zerbrechen will.
Erstveröffentlichung (polnisches Original): 10. Februar 2010. Verfasst von Astrologen und Esoterik-Fachleuten, die mit unserer Redaktion zusammenarbeiten; für HOROSCOP.SPACE überarbeitet und übersetzt. © Alle Rechte vorbehalten.
