Warum das Gehirn weiß, was passieren wird, bevor es passiert.
Wissenschaftler bestätigen: Wir können die Zukunft vorhersagen.
Jeden Tag treffen Menschen unbewusst Tausende kleiner Vorhersagen – ob sie an jemanden denken, der plötzlich vor der Tür steht oder anruft, oder ob sie spüren, dass gleich etwas in ihrem Leben geschehen wird.
Inzwischen fragen sich Forscher, wie das Gehirn es schafft, so erstaunlich gut vorherzusagen.
Wissenschaftler der Washington University in St. Louis konzentrieren sich auf jenen Teil des Gehirns, der dem Rest des Gehirns ein Signal sendet, wenn unerwartete Ereignisse eintreten.
Mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie fanden die Forscher heraus, dass dieses System Vorhersagefehler codiert, wenn Zuschauer abschätzen sollen, wie es in alltäglichen Szenen weitergeht.
Es zeigte sich, dass zwischen 80 und 90 Prozent der Vorhersagen der Zuschauer richtig waren.
Studienleiter Jeffrey Zacks erklärte, dass die Vorhersage der unmittelbaren Zukunft ein zentraler Baustein für Theorien der Wahrnehmung, der Informationsverarbeitung und des Spracherwerbs ist.
Das ist ein großer Anpassungsvorteil des Menschen, der ihm hilft, viele Unannehmlichkeiten im Leben zu vermeiden.
Die Forschung könnte in frühen Stadien neurologischer Erkrankungen wie Schizophrenie, Alzheimer und Parkinson hilfreich sein.
Die Wissenschaftler testeten gesunde Freiwillige, die Filme über Alltagstätigkeiten sahen – etwa Autowaschen, das Bauen eines Modells aus Legosteinen oder Wäschewaschen. Der Film lief eine Weile und wurde dann angehalten. Die Teilnehmer sollten sagen, was 5, 10 oder 15 Sekunden später passieren würde.
Die Forscher stellten fest, dass die Teilnehmer in mehr als 90 Prozent der Fälle richtig lagen. Ihre Vorhersagen beruhten auf einem logischen Verständnis der Zusammenhänge und auf der Vorwegnahme des Ausgangs. Je weiter die Ereignisse in der Zukunft liegen, desto kleiner wird der Anteil derer, die sie richtig voraussehen.
Die meisten von uns können also künftige Ereignisse vorhersagen – allerdings nur solche, die in kurzen Abständen eintreten. Nur wenige Menschen können die Zukunft viele Monate oder gar Jahre im Voraus lesen.
Im fMRT-Experiment beobachteten die Forscher eine deutliche Aktivität in mehreren Hirnregionen, besonders in der Substantia nigra des Mittelhirns und in den Basalganglien, die verschiedene Aufgaben bei der Bewegungssteuerung, bei kognitiven Prozessen, Emotionen und beim Lernen erfüllen.
Die Hirnaktivität zeigte sich in der funktionellen Magnetresonanztomografie an zwei kritischen Punkten: wenn die Probanden versuchten, eine Wahl zu treffen, und direkt nach der Rückmeldung, ob ihre Antwort richtig war oder nicht.
Die Forscher schließen nicht aus, dass man die Zukunft auch über längere Zeiträume vorhersagen kann, weisen aber darauf hin, dass es solche Menschen viel seltener gibt.
Die Studie wurde im Journal of Cognitive Neuroscience veröffentlicht.
Erstveröffentlichung (polnisches Original): 12. April 2012. Verfasst von Astrologen und Esoterik-Fachleuten, die mit unserer Redaktion zusammenarbeiten; für HOROSCOP.SPACE überarbeitet und übersetzt. © Alle Rechte vorbehalten.
