Laya Yoga ist einer der traditionellen Wege des Yoga, bei dem das meditative „Aufgehen“ des Geistes die zentrale Rolle spielt. Das Sanskritwort „Laya“ bedeutet Auflösung, Schmelzen oder Versenkung – daher der Name „Yoga der Auflösung“.
Die Bedeutung des Namens
Nach dem Verständnis dieser Tradition lösen sich zerstreute Gedanken, Unruhe und die Bindung an die „niedere Natur“ auf, während der Geist ganz im Meditationsobjekt aufgeht – bis das Gefühl der Getrenntheit verschwindet. Deshalb wird Laya Yoga auch Yoga der meditativen Versenkung genannt. Die Tradition spricht außerdem davon, Karma und die Hindernisse auf dem spirituellen Weg „aufzulösen“.
Wurzeln
Laya Yoga ist aus den tantrischen, besonders den shivaitischen Traditionen sowie aus dem Hatha Yoga hervorgegangen. Texte wie die Yoga-Tattva-Upanishad nennen ihn neben Mantra Yoga, Hatha Yoga und Raja Yoga als einen der vier Wege des Yoga. Die Hatha Yoga Pradipika wiederum widmet dem Nada Anusandhana viel Raum – dem Lauschen auf den inneren Klang –, das sie als eine der wichtigsten Methoden zur Erlangung von Laya betrachtet.
Chakras und Kundalini
Laya Yoga ist eng mit dem Bild des feinstofflichen Körpers verbunden: mit den Chakras, Energiezentren entlang der Wirbelsäule, und den Kanälen (Nadis), durch die nach der Tradition die Lebensenergie fließt. Die Praxis besteht darin, die Aufmerksamkeit nach und nach durch die einzelnen Chakras zu führen und die Kundalini-Energie zu wecken, die nach diesem Bild vom unteren Ende der Wirbelsäule zum Scheitel aufsteigt und dabei eine Bewusstseinsebene nach der anderen „auflöst“.
Methoden der Praxis
- Nada Yoga – das Lauschen auf einen feinen inneren Klang, bis die Aufmerksamkeit ganz darin aufgeht.
- Konzentration auf die Chakras – die Visualisierung der einzelnen Zentren mit ihren Farben, Symbolen und zugeordneten Silben (Bija-Mantras).
- Mantra – das Wiederholen heiliger Silben, das den Geist beruhigen und sammeln soll.
- Pranayama und Mudras – Atemtechniken und Gesten, die Körper und Geist auf die Meditation vorbereiten.
Laya Yoga heute
Heute finden sich Elemente des Laya Yoga in vielen Yoga- und Meditationsschulen. Die Stunden verbinden meist die Vorbereitung des Körpers (Asanas), Atemübungen, Tiefenentspannung – etwa Yoga Nidra – und Meditation. Regelmäßige Praxis wird oft als Weg zu mehr Ruhe und besserer Konzentration beschrieben, auch wenn die Erfahrungen der Einzelnen sehr unterschiedlich sind.
Die Tradition betont, dass Praktiken rund um die Kundalini schrittweise und am besten unter Anleitung einer erfahrenen Lehrkraft angegangen werden sollten. Laya Yoga ist ein spiritueller Weg und kein Ersatz für ärztliche oder psychologische Betreuung.
Erstveröffentlichung (polnisches Original): 12. Januar 2009. Verfasst von Astrologen und Esoterik-Fachleuten, die mit unserer Redaktion zusammenarbeiten; für HOROSCOP.SPACE überarbeitet und übersetzt. © Alle Rechte vorbehalten.
